Gibt es unsere Jobs noch in 20 Jahren?

Zukunft Arbeit? Wie sieht die Arbeitswelt von morgen aus?

Peter Vogel, a native Austrian‐American growing up in Germany and Switzerland, is an expert in the field of graduate recruiting and talent management for the Swiss and European markets. Having started his first company at the age of 15, Peter has been very active in the entrepreneurial scene.  His newest company, the HR Matching AG holds various career-related brands. The most known brand is Jobzippers, a Swiss- and Europe-wide network connecting universities, students/graduates/alumnis, companies as well as foundations. Jobzippers is establishing a vibrant community to shape individuals’ career paths exactly where they start: at the university. Jobzippers is trying to tackle several occurring issues on a European graduate recruiting level which will predominantly influence the future of the European employment market.Peter Vogel gilt als Experte im Bereich der Rekrutierung von Absolventen und im Talent Management. Er ist Dozent bei uns am Lorange Institute und referiert in unserem Modul „Talent Recruiting & Retention: Winning the war for talents“ und spricht an unserem Tages-Event „The Workplace of the Future“.

24.03.2012 – 25.03.2012: Talent Recruiting & Retention: Winning the war for talents
23.03.2012: Speed, Action: Results: The Workplace of the Future
1. Herr Vogel, was dürfen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Tages-Events “The Workplace of the Future” erwarten?

Das Futurework Forum ist ein Netzwerk an HR Experten, welche aus sehr unterschiedlichen Bereichen stammen. Somit bildet unser stark selektiver Partnerkreis eine exzellente Ausgangsbasis um realitätsnahe und vor allem relevante Beratung anzubieten. Viele bestehende und angewandte Konzepte sind veraltet und bedürfen einer radikalen Überarbeitung. Ein Grossteil der Arbeitgeber wie auch der Hochschulen, haben aktuelle Trends vollkommen verschlafen und somit einen Nachholbedarf.

Im Rahmen des Workshops versuchen wir diese vielseitigen Einsichten und Expertisen an den Mann / die Frau zu bringen. D.h. alle Teilnehmer können neben theoretischem Wissen aus Studien und Kundenbefragungen, vor allem praktische Einsichten erwarten. Die Teilnehmer werden konkret die externen Bedingungen kennenlernen, welche das Arbeitsumfeld der Zukunft beeinflussen werden. Dies sind zum einen Makro-Faktoren wie Arbeitsrecht, demographische Trends sowie Technologie, und zum anderen Mikro-Faktoren wie zum Beispiel die Rolle des internes Coaching/Mentoring, sowie das Anwerben und Halten von Talenten.

Die ultimative Veranstaltung zu Human Resources und Talent Management in Zurich: Das Tages-Seminar "The Workplace of the Future"  am Lorange Institute of Business in Horgen.Wie werden wir in Zukunft arbeiten? Leben?

Dies zieht sich durch das gesamte Programm unseres Tages-Events „Workplace oft he Future“. In meinem Teil des Seminars sind die zwei Module genau nach diesen Regeln gegliedert: Im ersten Modul „Career Choices of Generation Y&Z and their Employability“ werde ich die Generationen „Y“ und „Z“ analysieren und charakterisieren sowie diskutieren, welche Karriere-Optionen für diese „neuen Generationen“ relevant sind. Im zweiten Modul „New Corporate Structures: Work Practices to Unleash the Talent of Future Generations“ werde ich dann real umsetzbare Konstrukte durchleuchten, welche aktiv von Arbeitgebern umgesetz werden können, um einerseits die Talente anzulocken und zu halten, und andererseits das Potential dieser „neuen Generationen“ effizient auszuschöpfen.

2. Sie erforschen die Welt von morgen. Von alters her gibt es Vorstellungen von der Zukunft, in der Phantasie der Menschen oder in der Literatur und Kunst. Was unterscheidet die Arbeit des FutureWork Forums, die die Arbeitswelt von morgen antizipieren will, von den eingangs genannten Vorstellungen?

Im Unterschied zur Phantasie der Menschen erarbeiten wir vom Futurework Forum wissenschaftliche Fakten und zeigen daraufhin wahrscheinliche Trends auf, welche zu konkreten Handlungsempfehlungen führen. Diese Lösungen werden spezifisch für und gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern erarbeitet.

Die Arbeit und der Mehrwert des Futurework Forums basiert auf dem komplementären Expertenwissen aller involvierten Partner. In meinem Fall ist dies eine Mischung aus Human Resources Erfahrung aufgrund meiner Funktion als Gründer und CEO der HR Matching AG, meiner Entrepreneurship Coaching Aktivität sowie meiner Forschungs- und Lehrarbeit im Bereich Entrepreneurship.

Das Futurework Forum arbeitet konkret in den folgenden Bereichen: (1) Forschung zu Themen rund um die „Zukunft der Arbeit“; (2) Als Experten unsere Kunden und deren Manager unterstützen und beraten; (3) Berichte rund um das Thema „Zukunft der Arbeit“ verfassen; (4) Präsentationen und Workshops durchführen; (5) Coaching und Mentoring Programme durchführen und betreuen.

3. Kann man aber nicht einfach nur verlieren, wenn man die Herausforderungen der arbeitsbezogenen Zukunft erforscht? Die flexible Wirtschafts- und Arbeitswelt hält sich doch an keine Regeln und Vorhersagen.

Wie oben erwähnt geht es beim Futurework Forum nicht darum, irgendwelche Zukunftsszenarien ohne fundierte Grundlagen zu generieren. Ganz im Gegenteil. Es geht darum, aufgrund unserer Expertise aus verschiedensten Bereichen Trends zu analysieren und diese als mögliche Szenarien aufzuzeigen, um entsprechende Handlungsentscheidungen treffen zu können.

Dass die Wirtschafts- und Arbeitswelt keinen Regeln folgt, würde ich so nicht sagen. Die Welt der Arbeit folgt sehr klar definierten Regeln. Gemäss den wirtschaftlichen Zyklen gibt es permanent einen Wechsel zwischen „Employer-Pull“ sowie „Employee-Push“-Phasen. Diese sind ziemlich genau vorherzusagen und je nachdem in welcher Phase man sich befindet, kann man Empfehlungen aussprechen.

Diese Phasen sind aber nicht für alle Branchen zeitlich synchron. Dies hat man in der letzten Wirtschaftskrise sehr gut beobachten können. Während einige Branchen (wie Banken und Beratungen) sehr früh Einstellungsstopps eingeführt hatten, war das produzierende Gewerbe noch einige Zeit lang sehr aktiv im Recruiting. Genauso war es dann auch bei der „Erholung“. Während einige Konzerne bis heute keine Erholungsphase im Recruiting hatten, so hatten zum Beispiel die Beratungen in 2011 schon wieder eine „Employer-Pull“ Phase.

Nun gibt es neben diesen Zyklen natürlich auch langfristige Veränderungen auf demographischer Ebene, die eine Veränderung bewirken werden. Sehr gut zu beobachten ist die Veränderung des Arbeitsplatzes, welche die verschiedenen Generationen mit sich bringen.

Wie sieht der Arbeitsplatz von morgen aus? Am Tages-Event "The Workplace of the Future" erfahren Sie es. Am Lorange Instittue of Business (MBA) in Horgen bei ZürichFrüher war Arbeit ein Gebäude mit festen Öffnungszeiten. Und morgen?

Es ist somit nur eine Frage, wie man die Entwicklungen deutet und welche Handlungsempfehlungen man ausspricht. Es gibt ja immer auch innovativere Unternehmen als andere. So haben Firmen wie Google schon vor mehreren Jahren instinktiv das „80-20“ Arbeitsprinzip eingeführt, um ihren Mitarbeitern 20% kreative/flexible Zeit zu lassen. Nun sind solche Modelle fast in allen Branchen angekommen und wären für die aktuelle Generation von Absolventen nicht mehr wegzudenken.

Sie sehen: Gewisse Trends lassen sich sehr wohl „vorhersagen“, auch wenn man sie differenziert betrachten muss. Bei unserer Arbeit geht es nicht darum, irgendwelche Modelle aufzustellen, nach denen wir Vorhersagen treffen, wann in welcher Branche welche Phase ausbrechen wird. Wir sind schliesslich keine Hellseher. Vielmehr geht es darum Trends auf Makroebene aufzuzeigen und eben diese Handlungsempfehlungen zu geben.

4. Sie forschen im Bereich des Unternehmertums und wie Arbeitslose in die selbständige Erwerbstätigkeit geführt werden können. Das könnte langfristig eine Zunahme von Kleinstfirmen bedeuten und eine Aufteilung des Arbeitsmarkts in kleinste Einheiten. Dies führt zu einer verstärkten Regionalisierung in einer globalisierten Wirtschaft. Ein Trend oder eine falsche Annahme?

Seit 2009 untersuchen wir in der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Belgien Gründungen aus der Arbeitslosigkeit. Regierungen industrialisierter Länder stehen heute vor einer Vielzahl von Herausforderungen, insbesondere der Frage, wie man die Arbeitslosigkeit in der Bevölkerung reduzieren kann. In Zusammenarbeit mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft und Arbeit (SECO), der Bundesagentur für Arbeit, dem Pôle Emploi sowie dem Office National de l’Emploi (ONEM) haben wir mehr als 40‘000 Gründer befragt.

Was die Frage der Kleinstbetriebe und der Regionalisierung betrifft, würde ich Ihr Behauptung so nicht stehen lassen. Die Thematik ist deutlich komplexer als man es sich vorstellt. Kleinstbetriebe haben schon immer und werden auch weiterhin ihre Bedeutung in der Wirtschaft haben.

Wir erleben seit längerem einen starken Trend hin zum Unternehmertum, nicht zuletzt motiviert durch die Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre und den damit verbundenen Stellenkürzungen. Das lokale Unternehmertum steht aber meines Erachtens nicht im Konflikt mit global denkenden Unternehmungen, sondern bildet die Basis des Fortschritts. Zum einen gab es schon immer wirtschaftliche Zyklen nach denen alte Unternehmen sterben und neue Unternehmen geboren werden, und zum anderen sind Bedürfnisse auf regionaler Ebene sehr unterschiedlich von denen auf globaler Ebene, sodass sowohl lokal verankerte Kleinstbetriebe, als auch global agierende Megakonzerne immer ihre Daseinsberechtigung haben werden.

Kleinstbetriebe, wie wir erforscht haben, werden zwar zum Teil von ehemals arbeitslosen Individuen gegründet, aber grösstenteils eben doch durch Personen, die zuvor in einem Anstellungsverhältnis gestanden haben. Auch wenn die Arbeitslosigkeit in fast jedem Land ein zentrales Thema der Politik und Wirtschaft ist, wäre es übertrieben zu denken, dass die ehemals arbeitslosen Gründer den gesamten Wirtschaftsraum umwälzen.

Ob jeder zum Unternehmer geboren ist, disktuieren wir mit dem "Future Work Forum", dem Tages-Event am Lorange Institute of Business (MBA) in Zürich, HorgenWerden wir alle Unternehmer sein?

Was man zusätzlich bedenken muss: Nicht jeder ist für das Unternehmertum geboren und auch unter den Arbeitslosen ist nur ein Bruchteil an Personen für das Unternehmertum geeignet. Eine Firma gründen bietet den Personen in der Arbeitslosigkeit einfach eine weitere Möglichkeit, um ihrem Leben wieder einen strukturierten Ablauf zu geben. Sie machen aber von der Anzahl bei Weitem nicht die Mehrheit aller Kleinstbetriebe aus.

Die Ergebnisse unserer Untersuchung sind insgesamt vielfältig und haben für die Politik, die Wirtschaft sowie die Forschung höchste Relevanz.  So stellten wir fest, dass die Überlebensraten der Unternehmen nach drei Geschäftsjahren mit über 85% sehr hoch sind. In der Schweiz haben die befragten Gründer nach drei Geschäftsjahren im Schnitt mehr als zwei zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Das sind beeindruckende Zahlen und zeigen unserer Meinung nach, dass diesem Thema viel zu wenig Beachtung geschenkt wurde.

Was die Bedeutung von KMUs im Wirtschaftsgeschehen betrifft, hat jedes Land charakteristische Ausprägungen. Die Schweiz, zum Beispiel, ist ein Land mit einem sehr hohen Anteil an KMUs. Dies mag zum Teil dadurch begründet sein, dass der heimische Markt sehr attraktiv ist und somit das Bedürfnis zur „Eroberung“ neuer Märkte nur bedingt erforderlich ist. In anderen Ländern ist die Situation anders (bedingt durch geographische und wirtschaftliche Faktoren) sodass KMUs vielfach eine schwierigere Rolle haben.

TEIL 2: >>> am Montag hier im Lorange Blog

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